Kolloquium zur Sonderausstellung "Taler, Groschen, Pfennige ..." am 13./14.11.2009

Der Stolberger Geschichts- und Traditionsverein e. V., die Stadt Stolberg (Harz) und der Arbeits kreis Münzkunde im Harzverein für Geschichte und Altertumskunde e. V. veranstalten ein Kolloquium zur Sonderausstellung "Taler, Groschen, Pfennige" am 13. und 14. November in Stolberg (Harz). [Programm/Anmeldung]


Sonderausstellung "Taler, Groschen, Pfennige ..."

Geld im Alltag des 18. Jahrhunderts in Mitteldeutschland

Wie wird Geld produziert, welche Münzen befanden sich zu dieser Zeit in den Geldbörsen der Sachsen-Anhalter und was konnten sie dafür kaufen? Die Ausstellung „Taler, Groschen, Pfennige“ im Rahmen des landesweiten Projektes „Sachsen-Anhalt und das 18. Jahrhundert – Alltagswelten“ soll auf diese Fragen Antworten geben und zeigt exemplarisch in einer europaweit einmaligen Münzwerkstatt mit Münzmaschinen aus dem 18. Jahrhundert die Produktion von Münzen sowie den Aufbau und die Arbeit eines Unternehmens dieser Zeit. Die Sonderausstellung wird am 17. Mai 2009 um 13 Uhr eröffnet und bis 18. April 2010 gezeigt. [zur Einladung]

ALTE MÜNZE - Alltag im 18. Jahrhundert


Sonderausstellung "Vergangen sey das Übel, froh die Zukunft"

Neujahrsmedaillen aus der Sammlung des Landesmünzkabinetts Sachsen-Anhalt

Zusammen mit dem Landesmünzkabinett Sachsen-Anhalt konnte im Museum ALTE MÜNZE, passend zum Jahreswechsel, eine facettenreiche Sonderausstellung zur Thematik der Neujahrsmedaillen initiiert werden. Seit dem 17. Jahrhundert beschäftigen sich Medailleure mit dem Jahres- bzw. Jahrhundertwechsel, nicht selten die Vergangenheit begrabend und die Zukunft begrüßend. Bekannte Medailleure und BIldhauer überraschen seit Beginn des 20. Jahrhunderts Freunde und Kunstliebhaber mit plastischen Neujahrsgrüßen. Politische Themen finden ebenso Anklang wie Lebensweisheiten, die, oft mit einem Augenzwinkern verbunden, Freude und Lebenslust gleichermaßen verbreiten.

ALTE MÜNZE - Neujahrsmedaillen


Jahresmedaille 2009

Pünktlich zum Neuen Jahr wurde traditionell die Jahresmedaille 2009 im Museum ALTE MÜNZE angeprägt. Die Jahresmedaille widmet sich in diesem Jahr dem Thema "300 Jahre Gewerkentag". Im Sommer 1709 fand auf Initiative verschiedener Kuxeninhaber und des Zehntners Johann Jeremias Gründler ein Gewerkentag in Stolberg statt, auf dem eine neue Strukturierung der Kuxenwerte, verbunden mit der Schaffung von finanziellen Mitteln für die Fertigstellung der Bergwerks- und Hüttenanlagen, beschlossen wurde. Mit diesen Maßnahmen wurde der Grundstein für den erfolgreichen Straßberger Bergbau des 18. Jahrhunderts gelegt. Dem Gewerkentag widmete man 1709 einen Ausbeutetaler, dessen Bild die diesjährige Jahresmedaille ziert.

ALTE MÜNZE - Anprägen der Jahresmedaille 2009
Bodo Broschat gestaltete die Jahresmedaille 2009 (Fotos: Steffi Rohland, Bennungen)


Die ALTE MÜNZE

wurde am 19. Juni 2004 nach umfassender Sanierung und Neugestaltung wiedereröffnet.

In der ALTEN MÜNZE laden eine Werkstatt aus dem 18. Jahrhundert und ein kleines Münzmuseum Gäste der Stadt zu einem Besuch ein.

ALTE MÜNZE - Eröffnung

In der Werkstatt ist es möglich, dem Meister bei der Herstellung der Münzen zuzuschauen. Am Schmelzofen wird vom Schmelzer Silber vorbereitet, anschließend die Zaine geschmiedet und auf der Streckbank zum Walzen vorbereitet. Die Schrötlinge bearbeitet ein Justierer, erst dann kann auf dem Balancier ein kleines Kunstwerk, eine Münze oder Medaille entstehen.

Die Münzprägung hat in Stolberg eine lange Tradition. Bekannt sind heute etwa 1500 Prägungen. Den ersten Münzen im 13. Jahrhundert, Brakteaten mit Hirschgeweih oder Hirschdarstellungen, folgten Ende des 14. Jahrhunderts Hohlpfennige, anschließend wurden Groschen geprägt, 1546 der erste Taler in der Niedergasse 19. Das Münzmetall kam vorwiegend aus den gräflichen Bergwerken der Umgebung. In Stolberg waren bekannte Münzmeister wie Kilian Kessler, Vater und Sohn Glintz, Johann Jeremias Gründler und Justus Eberhard Volkmar Claus tätig. Neuere Forschungen haben eine Reihe von Problemen in Angriff genommen, und nicht nur Experten staunen, welche Schätze in Archiven noch gehoben werden können.